Dienstag, 27. Juni 2017

Gosaukammrunde mit Steiglkogel (2204m) und Angerstein (2100m) am 24. und 25.06.2017


Immer wieder zieht es mich mal an den Gosaukamm.
Nach 2013, 2014 und 2015 nun schon zum vierten mal.
Die Umrundung ist landschaftlich einfach einmalig und da ich die Runde schon länger mal gemeinsam mit dem Papa und meiner Schwester Sonja geplant hatte, ging´s diesmal also zu dritt um den Kamm. Das Ganze schön gemütlich auf zwei Tage aufgeteilt und wenn möglich noch mit dem einen oder anderen Gipfel als Draufgabe.
Da die Hofpürgelhütte, welche eigentlich für eine Zweitagestour am besten gelegen ist, für das Wochenende schon ausgebucht war, haben wir uns für die Theodor-Körner-Hütte entschieden.
Da das Wetter am Samstag noch recht gut sein sollte, für Sonntag aber Regen vorrausgesagt war, kam uns die Körnerhütte eh besser gelegen, da wir so den Großteil der Runde am ersten Tag schon hinter uns hatten und wir uns den zweiten Tag dann dem Wetter entsprechend richten konnten.
Los ging´s also auch dieses mal im Uhrzeigersinn vom Gosausee in Richtung Steiglpass.
Das Wetter war wie vorhergesagt sehr gut, etwas Wolken, aber kein Regen in Sicht.
Erst gehts noch schattig durch den Wald, bevor sich dann zu unserer rechten die schroffen Gipfel des Kammes zeigen. Obwohl ich das Ganze ja nun schon ganz  gut kenne, ist es trotzdem immer wieder beeindruckend.
Gosaukamm

Gosausee mit Dachstein








Vorbei am Bergsteigerdenkmal geht es immer leicht bergauf in Richtung Steiglpass.
Nach etwa zwei bis drei Stunden wird der Weg dann immer steiniger und zieht ins Kar zwischen Großwand und Kopfwand hinein immer weiter rauf bis zum Steiglpass.
Bergsteigerdenkmal








Papa ist langweilig

Steiglpass voraus

Steiglpass und Gr. Bischofsmütze

Am Steiglpass angelangt laufe ich schnell rauf zum Steiglkogel, wärend Sonja am Pass die Sonne genießt und sich der Papa schon mal einen Vorsprung zur Hofpürgelhütte herausarbeitet.
Zum Steiglkogel zieht vom Pass weg ein kleiner kaum markierter, aber gut sichtbarer Weg in Richtung Nordosten. Es sind ein paar schneegefüllte Rinnen zu queren, welche sich aber als harmlos erweisen. Nur bei der ersten Rinne muss ich mir ein paar Stufen treten.
Der Steig quert die ganze Zeit fast waagrecht bis unterhalb einer markanten Scharte, zu welcher es aufzusteigen gilt.
In der Bildmitte die Scharte zu welcher es hoch geht



Unterhalb der Scharte verliert sich der Steig etwas. Aber es finden sich immer wieder ein paar alte blasse Markierungen und schon bald erblicke ich ein Stahlseil, welches an der linken Seite einer brüchigen und schottrigen Rinne zur Scharte hinauf führt.
Aus der Scharte habe ich dann erst mal einen tollen Ausblick auf die andere Seite in Richtung Dachstein.



Weiter geht es nun ebenfalls seilversichert durch die südostseitige, steinige Flanke und durch eine kurze Rinne hinauf zum Gipfelhang. Über den schottrigen Wiesenhang bin ich dann auch gleich oben am 2204m hohen Gipfel.
leichter Klettersteig

kurze Seilversicherte Rinne
Rückblick beim Gipfelaufstieg

Steiglkogel

Obwohl der Aufstieg recht brüchig ist, zahlt sich dieser aber auf alle Fälle aus. Ein wirklich genialer Aussichtspunkt, der Steiglkogel!
Tiefblick zur schön gelegenen Hofpürgelhütte

ohne Worte

ohne Worte

Bischofsmütze und Großwand

Nach ein paar Fotos geht´s aber schon gleich wieder runter, werde ich unten ja erwartet.
Vom Pass geht es nun kurz seilversichert über einen schottrigen Steig von 2000m erst mal wieder etwa 350 Höhenmeter nach unten und dann wieder etwas hoch zur Hofpürgelhütte welche auf knapp über 1700m liegt.
Nach einer wohlverdienten Bierpause führt uns der Wanderweg nun schön um die Bischofsmütze, immer in einem leichten auf und ab wieder in Richtung Nordwesten. Hier heizt uns jetzt die Nachmittagssonne ordentlich ein, aber der Weg ist schön zu wandern und nicht mehr sonderlich anspruchsvoll.
kurz vor der Hofpürgelhütte

Torstein von der Hofpürgelhütte aus gesehen

verdiente Pause

Gr. und Kl. Bischofsmütze mit Südschlucht (Normalweg)



Über schöne Almwiesen mit Kühen und Pferden geht es weiter zur Durchgangsscharte. Von hier steigt man nun noch einmal seilversichert steil nach unten, bevor wir die letzten paar Höhenmeter überwindend hinauf zur Stuhlalm und weiter zur im Wald versteckten wunderschön gelegenen Körnerhütte kommen.
ganz links im Wald die Körnerhütte; In der Bildmitte der Angerstein



Abstieg Durchgangsscharte

180° Durchgangsscharte

Rückblick Durchgangsscharte

Auf der Körnerhütte ist es dann echt toll.
Die überaus sympathischen Hüttenleute Dori und Martin verwöhnen uns mit super leckerem Essen und steirischen Bierspezialitäten :-) und auch die Bischofsmütze lässt sich aus dem mittlerweile wolkenverhangen Himmel dann doch nochmals blicken, bevor es ab ins Lager geht.
gemütlich auf der Körnerhütte

die Bischofsmütze sagt gute Nacht

Am Sonntag Morgen ist es trüb und wolkig. Aber es ist noch trocken. Ab dem späten Vormittag ist aber Regen angesagt. Wir sind am Überlegen, ob wir nun gleich weiter zur Gablonzerhütte und dann zum Gosausee absteigen sollen, oder doch noch den Angerstein oder die Überschreitung vom Strichkogel zum Donnerkogel wagen sollen.
am nächsten Morgen

abmarschbereit



Wir entscheiden uns für den Angerstein, welcher mit zwei Stunden Aufstieg angeschrieben ist.
Wir steigen hinauf durch Latschenfelder und queren dann nach links rüber. Umso weiter wir ansteigen, desto trüber wird das Wetter. Nach der ersten 1er Kletterstelle über ein kleines schroffiges Wandel gehts über eine Wiese direkt an die Felsen. Hier beginnt es nun leicht zu tröpfeln. Papa und Sonja entscheiden sich deshalb hier umzukehren und machen sich wieder an den Abstieg zur Stuhlalm.
Stuhlalm und der markante Deyekamin am Angerstein Westpfeiler

die Bewölkung wird dichter



erste kurze Kletterei

die Felsen unterhalb des Gipfels

Ich kenne ja den Anstieg schon und weiß was noch kommt und das sollte auch bei etwas Nässe für mich kein Problem sein. Also laufe ich schnell hoch bis zu einer Rinne welche die zweite kurze Kletterei darstellt. Nach der Rinne gehts einfacher weiter auf den Vorgipfel. Kurz ganz leicht ausgesetzt hinunter in eine Scharte und nach wenigen Schritten stehe ich wieder mal am tollen Angersteingipfel.
zweite leichte Kletterstelle

Blick vom Vorgipfel zum Angerstein

am Angerstein in dichter Bewölkung

Die Regentropfen werden dicker und so geht´s nach wenigen Fotos, die Aussicht ist ohnhin kaum vorhanden, schnell wieder nach unten. In der Rinne ist es nun schon etwas rutschig, aber es geht noch ganz gut und schnell sind die Kletterstellen wieder überwunden und im leichten Regen laufe ich nach unten in Richtung Alm.
Strichkogel - Steinriesenkogel - Donnerkogel

Mandlkogel

Tiefblick zum vorderen Gosausee

schon ein bissal rutschig

Bald habe ich dann auch Papa und Sonja wieder eingeholt und gemeinsam machen wir uns auf den Weg zur Gablonzerhütte. Aus dem leichten Regen ist nun ein Gewitter geworden und lautes Donnern lässt uns die Beine in die Hand nehmen.
tolle Stimmung

Regenwetter
Irgendwann schüttet es dann wie aus Eimern und es macht nicht mehr so wirklich Spaß. Um nicht auszukühlen gehts für mich von der Gablonzerhütte im Laufschritt nach unten, während sich Papa und Sonja dort noch eine wärmende Suppe gönnen und sich dann nach unten gondolieren lassen.
Wieder trockengelegt steigt die Stimmung dann aber schnell wieder und wir düsen ab nach Hause.
fast wieder am Gosausee

einer der unzähligen Alpensalamander




Fazit:
Wie immer war es eine tolle Tour um den Gosaukamm. Die Landschaft ist einfach grandios und die Übernachtung auf der Körnerhütte echt zu empfehlen! Das Wetter kann man sich eben nicht aussuchen, aber dadurch, dass wir den Großteil der Runde auf den ersten Tag gelegt hatten, hat es dann schon ganz gut gepasst.
Für die beiden Gipfel ist natürlich Trittsicherheit und ein klein bisschen Klettergeschick auch nicht verkehrt, dafür bieten sie tolle Ausblicke über den Gosaukamm und rüber zum Dachstein.
Mal schaun wann ich wieder komme. Ich hoffe bald, denn dann geht´s vermutlich endlich auf die Bischofsmütze.

BERG HEIL



Kommentare:

  1. Sehr schöne Runde! Und so ein Familienausflug hat ja auch was!

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    1. Danke Dir Roni!
      Ja die Runde ist echt lohnenswert!
      Lg Andi

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  2. Moin Andi,

    die nächtlich grüßende Bischofsmütze und das letzte Bild sind für mich die herausragenden unter den tollen Bilder.

    Klasse Familientour!

    LG Volker

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    1. Hi Volker!
      Ja die Bischofsmütze ist schon so ein Traumberg, hoffentlich geht sich die dieses Jahr mal aus!
      Die Stimmung bei Regen ist am Berg tatsächlich was ganz besonderes, aber irgendwann, waren wir so nass, dass wir einfach nur froh waren als wir dann wieder unten waren.
      Aber du hast recht, war eine klasse Familientour!
      Lg Andi

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  3. Hi!
    Gosaukamm! Immer einen Besuch wert! Ich hab dir doch gesagt, wenn du gutes Wetter willst, musst du mich mitnehmen ;-) ! Im Großen und Ganzen habt ihr es eh toll erwischt!
    Aber dieses Wochenende hab eh ich auch Wetterpech gehabt. Unsere Familientour auf die Alm ist wortwörtlich ins Wasser gefallen.
    Dir ist also auch der Deyekamin aufgefallen. Eine Tour im 4ten Grad und bei mir schon lange am Radar. Also Vormerken!
    Ich wünsch euch noch einen entspannten Urlaub und hoffentlich ein paar Laufkilometer!

    LG

    Herbert

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    1. Servus Herbert, hast recht, das nächste mal nehm ich dich wieder mit;-)
      Deyekamin sieht super aus, ist aber eine reine Kaminkletterei, hab ich so noch nie gemacht und dann eben durchgehend im 4.Grad. Aber im Nachstieg müsste das schon gehen...
      Mit den Laufkilometern schauts schlecht aus. Am Gosaukamm hatte ich diesmal auch beim Wandern Probleme mit dem Knie. Aber hier in Istrien gibt es ziemlich viele Trails und Hügel, da werd ich morgen fast mal ein kurzes Läufchen wagen müssen!
      Gruß Andi

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  4. Servus Andi,

    eine wirklich tolle Tour, denke auch wehmütig an meine vergangene Gosaukamm-Tour zurück.
    Am Mandlkogel warst ja auch schon mal, wie schauts mit der Armkarwand aus?
    lg, Manfred

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    1. Servus Manfred!
      Deinen Gipfelbucheintrag am Steiglkogel vom letzten Jahr hab ich gesehen. Ein toller Gipfel!
      Armkarwand, Großwand Bischofsmütze geht mir noch alles ab. Wobei die Bischofsmütze wohl heuer noch fällig ist. Die Großwand sollte wohl auch im 2er Gelände machbar sein. Über die Armkarwand hab ich mich noch gar nicht informiert...
      Gruß Andi

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