Sonntag, 27. September 2015

Sonntagshorn 1961m und Abstecher zum Aibleck 1756m am 25.09.2015


Am Freitag gings wieder mal auf den Berg. Da oberhalb der 2000er Grenze der Winter eingekehrt war hab ich mich für die Chiemgauer Alpen entschieden. Es sollte wieder mal auf´s Sonntagshorn gehen.
Als Aufstiegsweg hatte ich mir das mittlere Kraxenbachtal ausgesucht. Zwar hab ich den Aufstiegsweg schon vor drei Jahren mal begangen, aber dafür ist die Anfahrt kürzer als bei einem Südanstieg und außerdem ist die Nordseite die interessantere Seite. So wusste ich auch was mich dort erwartete und dass die  Schlüsselsstelle(n) (II) wohl unter der Schneegrenze liegen sollte(n).

Der Wetterbericht war mehr schlecht als recht. Es sollte keine Sonne geben, aber zumindest trocken sollte es bleiben und am Vormittag sollte es am besten sein. Also bin ich zeitig los und am Parkplatz in Laubau bei Ruhpolding vom Wanderparkplatz mit dem Rad in Richtung Schwarzachalmen noch bei Dunkelheit gestartet.
Nach etwa 15 Minuten, 3,4km und 60hm komme ich an den Schwarzachenalmen an.
Ab hier geht es zu Fuß weiter.

Man folgt ein kurzes Stück dem Danzinggraben bis sich dieser in den mittleren und hinteren Kraxenbach aufteilt.
Kurz davor überquert man den Bach. Die Abzweigung ist mittlerweile beschildert. Das war vor drei Jahren noch nicht er Fall.
Es geht nun hinein ins hintere Kraxenbachtal. Alles ist nass vom Nebel, und es herrscht eine herrlich mystische Stimmung.

Fast ganz hinten im Tal kommt man dann zur Vorderen Kraxenbachdiensthütte, die mitten im Wald steht. Hier kann man seine Wasservorräte auffüllen, falls dies notwendig ist.
Die Sonntagshorn Nordabstürze

Kurze Zeit später lichtet sich der Wald und ich erreiche den "Großen Sand". Hinten in der Mitte sieht man schon den Durchstieg durch die Felsen. Die Schlüssestelle der Tour.

Ich mühe mich das Schuttfeld hoch und bin guter Dinge, den hier sind die Felsen schon ziemlich trocken. Blick zurück.
Doch umso weiter ich an die Felsen gelange, umso nasser werden die auch wieder. Hier packe ich die Wanderstöcke ein und der Steinschlaghelm wird aufgesetzt. Ich bin zwar alleine unterwegs, aber schaden tut der hier trotzdem nicht.
In zweier (II) Kletterei geht es etwa 60 Meter durch die Felsen hinauf.
Zuerst geht es rechts in der Rinne hoch...
...dann wird auf einem schottrigen Band nach links gequert...
...und dann wird links in der Rinne nach oben durchgeklettert.

Es ist zwar nur eine zweier Kletterei, doch auf den rutschigen Felsen ist es doch etwas schwieriger als normalerweise. Außerdem bekomme ich ziemlich schnell kalte Finger und bin dann doch froh als ich durch das Kletterstück durch bin.
Dieser Kletterabschnitt ist mittlerweile komplett mit Bohrhaken ausgerüstet und man könnte hier somit auch nachsichern.
Oben wird es nun immer nebliger aber trotzdem bieten sich jetzt schöne Ausblicke nach Süden.

Hier führt der Weg nun weiter auf dem Westgrat zum Gipfel und es herbstelt schon ordentlich.

Schöne Blicke auch nach Westen zum Hirscheck und zum zweithöchsten Chiemgauer dem Vorderlahnerkopf.
Es geht nun immer wieder auf Bänder in der Nordseite des Westgrates weiter. Immerwieder wird von einem Band auf das nächste hinaufgeklettert. Meist ist es nicht schwierig zu klettern (I+) aber trotzdem muss man aufgrund der Nässe schon exakt steigen. Hin und wieder sind hier auch kurze Entschärfungen durch Trittstifte angebracht.

Ab etwa 1900 Metern liegt dann auch der erste Schnee, aber hier liegen auch schon alle Kletterstellen hinter mir und schon stehe ich am 1961 Meter hohen Sonntagshorn dem höchsten Chiemgauer Gipfel.

Die Aussicht hält sich diesmal leider in Grenzen und daher bleibe ich nicht lange und steige ab über den Ostgrat in Richtung hinterem Kraxenbachtal. Doch zuvor geht es noch auf einen Abstecher zum Aibleck.
Aibleck links im Bild. In der Mitte die Scharte hinunter zum hinteren Kraxenbachtal. Der Weg führt weiter über den Gupf in der rechten Bildhälfte.
Auf diesem Gupf sollte sich auch noch ein Abzweiger zum Hochgern beefinden, aber den hab ich leider nicht gefunden.
Hochgern am Weg zum Aibleck.
Kurz steigt man am Grat ab bevor der Weg in die Südflanke ausweicht. Hier befindet sich ein kurzes seilversichertes Wegstück. Ohne dieses Seil wäre dies wohl eine etwas heikle Stelle, so ist sie aber schnell überwunden. Am Bild sieht es gar nicht so steil aus, aber es ist hier wirklich sehr abschüssig und sehr brüchiges Gelände.
Der Weiterweg über den Grat ist nun schon gut ersichtlich.
Etwa 200 Höhenmeter muss ich hier nochmals überwinden bevor ich am Vorgipfel...
...und dann auch gleich am Gipfel stehe.
Seit Oktober 2013 gibt es hier auf dem 1756 Meter hohen Aibleck ein neues Gipfelbuch. Schade, denn das alte war angeblich noch von 1983. Aber  man merkt, dass der Gipfel eher wenig besucht wird, denn ich trage mich im zwei Jahre alten Buch erst auf der vierten Seite ein.
Blick vom Aibleck aufs Sonntagshorn. Über das Schuttfeld führt der Weg zurück ins Tal.
Ich gehe den selben Weg wieder zurück. Bevor man wieder in die Südseite ausweicht, kommt man zu einer kleinen Einschartung. Hier überlege ich kurz ob ich hier nicht direkt zum Schuttfeld absteigen könnte, denn es sind leichte Steigspuren zu erkennen und außerdem würde ich mir 200 Höhenmeter Wiederaufstieg ersparen. Doch erscheint mir das ganze dann etwas zu heikel und ich entscheide mich für den beaknnten Weg zurück.
Es geht wieder über die versicherte Stelle zurück auf den Grat um kurz danach Richtung Ruhpolding abzusteigen.


Etwa in der Mitte des Schuttfeldes, in welchem es sich super abfahren lässt, sehe ich die Rinne, welche die eventuelle Abkürzung gewesen wäre. Sieht ziemlich brüchig aus, könnte aber gehen...

Nun komme ich wieder in den Wald und es geht vorbei an unzähligen Wasserfällen und einigen Bachquerungen hinunter durchs hintere Kraxenbachtal.

Ein wunderschöner Weg, doch irgendwie zieht sich dieser doch etwas in die Länge. Kurz bevor ich wieder unten bin geht es noch vorbei an der Kraxenbacher Triftklause mit welcher früher das Holz ins Tal geschwemmt wurde.
Bald treffe ich wieder auf die Abzweigung von heute morgen und kurz darauf bin ich nach etwas mehr als 6 Stunden Gehzeit auch schon wieder an den Schwarzachenalmen unnd 10 Radminuten später auch wieder am Ausgangspunkt.


Das Wetter war zwar diesesmal nicht für geniale Aussichten gut, aber dadurch habe ich auf dieser tollen Tour keinen einzigen anderen Wanderer getroffen. Dafür ein riesiges Rudel Gämsen und sogar ein Murmeltier habe ich entdeckt. Da wusste ich bisher gar nicht, dass es die in den Chiemgauer Alpen gibt!
Die Schwierigkeiten gehen nie über den zweiten Grad hinaus und sind bei trocken Verhältnissen gut zu meistern.  Grundkenntnisse im Klettern sind jedoch schon erforderlich. Mittlerweile ist der Aufstieg über das mittlere Kraxenbachtal wieder sehr gut markiert. Im Wald zwar weniger, aber hier ist der Weg eigentlich nicht zu verliehren. Im Felsbereich sind die Markierungen sehr gut, was bei meiner letzten Tour noch nicht so war und ich mich damals sogar mal kurz verstiegen hatte.
Die ganze Runde hat inklusive dem Abstecher zum Aibleck (400 extra hm) ca. 22,8km und 1710hm. Davon können 6,9km und 60 hm gut mit dem Rad bis zu den Schwarzachenalmen zurückgelegt werden.





Kommentare:

  1. Lieber Andi,
    eine schöne Herbsttour, wenn auch mit wenig Fernsicht hast du da gemacht. Das ganze ohne anderen Wanderern zu begegnen ist ein seltenes Geschenk! :)

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    1. Hallo Doris!
      Ja war trotz dem nicht optimalen Wetter eine tolle Tour!
      Ich war ja erst zum zweiten mal auf dem Sonntagshorn, aber normalerweise glaube ich dass da ziemlicher Betrieb herrscht. Zumindest am Gipfel. Der Aufstieg über das mittlere Kraxenbachtal ist aber schon deutlich weniger begangen als die andern Anstiegsmöglichkeiten.
      Ein toller Berg!

      lg Andi

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