Freitag, 8. Juni 2018

Traillauf im westlichen Höllengebirge am 04.06.2018


Es war wieder mal Zeit für einen etwas bergigeren Lauf, und so ging es am Montag an den Attersee um etwas im Höllengebirge herumzulaufen.
Als Ausgangspunkt hab ich mir den Wanderparkplatz in Steinbach am Attersee, Ortsteil Kaisigen, ausgesucht. Dieser liegt quasi auf der halben Strecke der Runde was den Vorteil hat, dass ich mich erst etwas Einlaufen kann, bevor es richtig steil bergauf geht und wenn ich die Runde fertig habe, muss ich nicht mehr alles so weit zurücklaufen. Dafür kommen von hier aus nochmal etwa 200 Höhenmeter und etwa 3km extra an Wegstrecke zur ohnehin langen Runde hinzu.

Die Runde:
Von Kaisigen geht es zuerst in Richtung Auboden, wo ich auf meinen geplanten Rundkurs treffe und dann am Valerie- und am Nikoloweg in Richtung Weißenbach. Von hier aus auf den kleinen und dann auf den großen Schoberstein. Weiter auf der Mahdlschneid über den Mahdlgupf hinauf zum Dachsteinblick. Nach dem Dachsteinblick ein kurzer Abstecher auf den Salzberg, und dann der lange Übergang zum Hochleckenhaus. Nach dem Hochleckenhaus noch ein Abstecher auf das Jagerköpfel und den Hochleckenkogel und dann wieder zurück zum Hochleckenhaus. Der Abstieg vom Plateau folgt dann über den Kienklausensteig, bevor es über den Valerieweg wieder zurück zum Auto geht. Soweit der Plan...

Ich laufe mich also zuerst mal locker ein, denke ich, doch die ersten 1,5km sind dann doch etwas steiler als gedacht und so muss ich hier bald in den schnellen Wanderschritt übergehen. Nachdem ich dann aber auf den Valerieweg treffe, wird es nun doch erstmal gemütlich und über den schönen Wanderweg geht es nun immer leicht bergab in Richtung Weißenbach. Kurz muss ich dabei einen noch nicht aufgeforsteten Windwurf queren, aber der ist auch kein Problem und als ich nach 52 Minuten und 5,5km an der Abzweigung zu den Schobersteinen ankomme, bin ich gut warmgelaufen.
Start am Parkplatz Kaisigen. Zuerst kurz auf der Schotterstraße.

Schon vom Parkplatz hat man eine schöne Aussicht

Zu Beginn gehts doch gleich mal ordentlich rauf.

Am Valerieweg hat man immer wieder mal Ausblicke auf den See

Der Valerieweg, mal breite Forststraße, dann wieder verwundener Trail

Vorbei gehts an hausgroßen Felsblöcken

Blick auf den kleinen Schoberstein

Dort oben führt der Mahdlgupf Klettersteig durch die Verschneidung

Auf den letzten Metern nach Weißenbach

Nun geht es in vielen, vielen Serpentinen den Wanderweg hoch. Das ist aber ganz gut, denn so lässt sich das allermeiste hochlaufen. Nur an ein paar Steilstufen muss man natürlich immer wieder mal gehen, aber ansonsten bin ich recht flott unterwegs. Es läuft recht gut und die Strecke macht Spaß. Es sind zwar ein paar Wanderer unterwegs, aber insgesamt ist es für die sonst so überlaufenen Schobersteine doch recht ruhig. Mit jedem Höhenmeter wird jetzt auch die Aussicht immer besser und ich komme in einen guten Laufrhythmus.
Anstieg zu den Schobersteinen

Bis auf ein paar kurze Steilstufen recht gut zum Laufen

Die Ausblicke werden immer besser. Unten Weißenbach.
Schnell rückt erst der große und kurz darauf der Kleine Schoberstein ins Blickfeld. Auf den kleinen Schoberstein steige ich über den Normalweg hinauf. Dieser ist zwar etwas ausgesetzt, aber bei Trockenheit nicht recht schwierig. In wenigen Minuten stehe ich oben am ersten kleinen Gipfel des Tages und die Aussicht ist jetzt schon traumhaft.
Großer Schoberstein

Kleiner Schoberstein

Steil gehts auf den Kleinen Schoberstein

Kleiner Schoberstein 950m

Attersee, Schafberg und  hinten rechts die Drachenwand

großer Schoberstein Südwestgrat
Nach einer ersten kurzen Rast geht es über den selben Weg wieder zurück in den Sattel der beiden Schobersteine. Jetzt will ich über den Südwestgrat auf  den großen Schoberstein aufsteigen. Dazu geht es zuerst über flache schroffige Platten nach oben, dann ist einen Steilstufe zu überwinden. Eigentlich nur eine 2er Kletterstelle und auch gar nicht recht hoch, vielleicht 3 Meter und so gut  wie gar nicht ausgesetzt, aber irgendwie verlässt mich heute der Mut. Keine Ahnung, vielleicht bin ich einfach nicht aufs Klettern eingestellt, zumindest will ich da nicht unbedingt hoch, also gehts über die Platten wieder runter und ich laufe wieder am Wanderweg weiter. Etwas frustriert, dass mich eine so lächerliche Stelle umdrehen hat lassen, lass ich nun den Schoberstein links liegen. Jetzt will ich da nicht mehr rauf, außerdem hab ich aus der Entfernung schon einen ganzen Haufen Wanderer am bereits doch recht überfüllten Gipfel gesehen.
Abstieg in die Scharte

am Südwestgrat, oben die zwei zu überwindenden Steilstufen

wieder im Abstieg über die Platten
Auch am nächsten "Gipfel" dem Mahdlgupf der kurz nach dem Schoberstein folgt laufe ich vorbei. Der ist sicher auch von den Klettersteiglern gut besucht. Weiter geht es über die Mahdlschneid in Richtung Dachsteinblick. Jetzt wird es wieder deutlich ruhiger am Wanderweg. Nur noch ein paar Leute kommen mir jetzt entgegen, dann bin ich alleine unterwegs. Es geht jetzt steil die Schneid hoch und schnell komme ich aus dem Wald. Jetzt folgt ein besonders schöner Abschnitt. Es geht am leichten Grat rüber zum Dachsteinblick. Eine kurze Seilversicherte Stelle und dann ist man auch schon oben auf diesem schönen Aussichtsgipfel. (Irgendwie hab ich aber vergessen am Dachsteinblick den Dachstein zu fotografieren...)
auf der Mahdlschneid

Attersee, Blick nach Norden

Rückblick zum Mahdlgupf

Attersee, Blick nach Südwesten; hinten der Mondsee

Mahdlschneid

Anstieg zum Dachsteinblick

Am Rücken zum Dachsteinblick

kurze Seilversicherung

Am Dachsteinblick (1559m)
Die meisten Höhenmeter sind jetzt geschafft und es geht weiter in Richtung Hochleckenhaus. Nach ein paar Minuten kommt man zur Bergrettungshütte. Hier verzweigt sich der Weg. Links gehts zur Brennerin (1602m), gerade aus zum Hochleckenhaus und rechts zur Hütte und zum Salzberg. Die Brennerin lass ich aus, da war ich schon öfters, den Salzberg aber schau ich mir an. Vorbei an der Hütte zweigt ein kleiner Weg in die Latschen ab. Über vieleWurzeln geht es in wenigen Minuten auf den kleinen Gipfel. Naja, recht spektakulär ist der nicht und muss man nicht unbedingt gesehen haben, also schnell wieder zurück auf den Wanderweg und weiter zum Hochleckenhaus.
Bergrettungshütte

Aufstieg zum Salzberg (1607m)

Blick vom Salzberg zum Hochleckenhaus, welches ganz klein etwas links der Bildmitte zu erkennen ist.
Jetzt gehts es erstmal immer wieder bergab und wieder bergauf. Da kommen noch mal ein paar extra Höhenmeter zusammen. Dafür ist das hier jetzt ein besonders einsamer Abschnitt. Ich denke der wird hauptsächlich im Zuge einer Höllengebirgsüberschreitung begangen. Ich treffe hier niemanden. Erst kurz vorm Hochleckenhaus ist es dann wieder vorbei mit der Einsamkeit. Unter der Woche aber ganz und gar nicht schlimm. Nach mittlerweile 16,5km und ziemlich genau 4 Stunden habe ich dann das Haus erreicht.
bergab in die nächste Senke

wunderbar ruhig ist es hier

bergauf und bergab

über schön blühende Sommerwiesen

und durch toten Wald

und immer wieder freie Blicke zum Attersee

letzter Anstieg über die schöne Almwiese zum Hochleckenhaus

Hochleckenhaus
Vom Hochleckenhaus will ich jetzt noch einen Gipfelabstecher machen. Erst auf das Jagerköpfl und dann auf den Hochleckenkogel. Dazu geht es über einen toll zu laufenden, leicht welligen Steig in die Senke zwischen den beiden Gipfeln und dann zuerst rechts rauf zum Jagerköpfel. Hier lässt es sich wirklich gut aushalten und ich mache die erste längere Pause und genieße die Ruhe hier oben. Irgendwann muss ich dann aber doch wieder weiter und steige wieder ab in die Senke um auf den gegenüberliegenden Hochleckenkogel hochzulaufen. Das Laufen fällt mir jetzt schon deutlich schwerer, aber schnell bin ich oben und somit auch am höchsten Punkt dieser Tour. Ab jetzt geht es fast nur noch bergab.
Anstieg zum Jagerköpfl

Jagerköpfl (1668m) wie ich finde der schönste Gipfel der heutigen Runde

Blick vom Jagerköpfel, zum Hochleckenkogel (links), Brunnkogel und Mathiasköpfl

am Hochleckenkogel (1691m)

Brunnkogel und hinten im Dunst der Traunstein

Blick zum Jagerköpfl

In einer kleinen Runde geht es vom Hochleckenkogel gleich wieder weiter hinunter in die Einsattelung und dann am selben Weg wieder zurück zum Hochleckenhaus. Meine Wasserreserven sind mittlerweile aufgebraucht, aber ich laufe auch jetzt wieder am Haus vorbei, weiß ich doch um die Quelle am Antoniusbründl bescheid. Dieses befindet sich auf meinem Abstiegsweg zur Kienklause. Doch als ich dort bin, muss ich leider feststellen, dass es die Quelle nicht mehr gibt. Zurück geblieben sind nur noch die Füße vom Wassertrog und die Steine sind etwas feucht, aber es gibt keine Möglichkeit mehr um Wasser zu fassen. Also gehts durstig weiter, aber es ist ja nicht mehr so weit. Bergab geht es jezt schnell, vorbei an den Adlerspitzen und dem Guglzipf Nordwestgrat, und dann komme ich auch bald zur Abzweigung von wo mich der Valerieweg wieder zurück zu meinem Ausgangspunkt führt.
Toll zum Laufen, wieder zurück zum Hochleckenhaus

Adlerpitzen

Gugelzipf Nordwestgrat

wieder am Valerieweg

Valerieweg

Und wieder zurück am Parkplatz. Über Zimnitz und Schafberg bilden sich schon bedrohliche Gewitterwolken

Blick auf die erste Hälfte der gelaufenen Runde. Ganz ganz rechts im Bild die Spitze vom kleinen Schoberstein


Nach 5 Stunden und 22 Minuten Laufzeit und 26,6 Kilometern und 2055 Höhenmetern bin ich dann wieder zurück beim Auto. Eine schöne Runde, die man noch lange übers gesamte Höllengebirge ausdehnen könnte. Aber für diesesmal war es mir genug und vielleicht geht sich die schon so lange geplante Überschreitung ja endlich mal aus in diesem Sommer.

BERG HEIL !


Kommentare:

  1. Moin Andi,

    danke fürs Urlaubsfeeling! Wunderschöne Ecke.

    Freut mich, dass Du wieder auf solchen gewaltigen Touren unterwegs sein kannst.

    Grüße aus dem hochsommerlichen Norden
    Volker

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    1. Hi Volker!
      Bitteschön, hab ich doch gern gemacht!
      Hast schon recht, letztes Jahr, war echt hart, ich hab zwar die eine oder andere sehr schöne Bergtour gemacht, aber bin eben halt fast nichts gelaufen. Da macht es jetzt umso mehr Spaß, denn es läuft jetzt wieder richtig gut und ich bin schon wieder fast auf meinem alten Niveau.
      Gruß Andi
      PS: Wie schaut den der Sommer im Norden aus? 20° und kalter Ostwind?😊

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  2. 20°? Haha, da pack mal noch 10° drauf. Soviel Wärme wie wir dieses Frühjahr schon gehabt haben, da kann ich mich nicht dran erinnern das es das schon mal hatte.

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    1. Haha, war ja auch nur Spaß. Bei uns purzeln auch schon wieder die Temperaturrekorde...wo das wohl noch hinführt...

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